Samstag, 05 Sep 2015
News
Kirchstetten - Brief an den Bürgermeister

Die Künstlerin Marika Schmiedt wollte in Kirchstetten (NÖ) mit einer temporären Kunstinstallation auf das Schicksal der von dort deportierten und ermordeten Roma und Sinti hinwiesen. Der Bürgermeister Paul Horsak verweigerte ihr jedoch die Genehmigung. Mehr dazu finden Sie hier

Romano Centro verfasste einen Protestbrief an den Bürgermeister.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

aus den Medien haben wir erfahren, dass Sie der Künstlerin Marika Schmiedt die Verwirklichung einer temporären Installation in Ihrer Gemeinde zur Erinnerung an die aus Kirchstetten in Konzentrationslager verschleppten und ermordeten Roma und Sinti verwehrt haben. Ihren diesbezüglichen Brief konnten wir auf der Website von Marika Schmiedt lesen.
Wir sind entsetzt über die Begründung Ihrer Absage.
Wie Sie richtig anführen, geht es darum, zu verhindern, dass Verbrechen, wie sie während der Nazi-Herrschaft an Roma und Sinti und anderen als fremd oder minderwertig bezeichneten Menschen begangen wurden, sich nie mehr wiederholen. Darum ist es wichtig, die Vergangenheit eben nicht ruhen zu lassen, wie Sie es im Namen Ihrer GemeindebürgerInnen glauben, verlangen zu müssen. Es besteht ein evidenter Zusammenhang zwischen der jahrzehntelangen Verdrängung und Verleugnung des rassistischen Genozids an den Roma und Sinti und aktuellem Antiziganismus. Auch 70 Jahre danach wissen viele Menschen in Österreich – und vermutlich auch in Kirchstetten – nichts oder sehr wenig über das, was den Angehörigen dieser Volksgruppe im Nationalsozialismus angetan wurde. Wir erleben ein wachsendes Interesse an der Geschichte der Roma, vor allem bei den jüngeren Generationen und können von daher Ihre Aussage, dass „die heutigen Generationen“ der Ansicht seien, die Vergangenheit solle ruhen, in keinster Weise nachvollziehen. Gerade junge Menschen melden sich häufig bei uns und suchen Wege, sich mit dem Völkermord aber auch mit heutigem Antiziganismus auseinanderzusetzen.
Für die Überlebenden und deren Nachkommen ist es nicht möglich, einen „Schlussstrich“ zu ziehen.

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Gedenkfeier am Ceija-Stojka-Platz - Impressionen

Bei der Gedenkfeier am Ceija-Stojka-Platz gedachten an die 100 Menschen den Roma und Sinti, die in der NS-Zeit ermordet wurden.

Impressionen von der Gedenkfeier finden Sie hier. Wir bedanken uns bei Ronny Böhme für die schönen Fotos.

 
Ausstellung: Sogar der Tod hat Angst vor Auschwitz
Die Ausstellung "Sogar der Tod hat Angst vor Auschwitz – Ceija Stojka" wird am 23. September 2015, 19.00 Uhr in der
Art 3 Galerie, Wien 3, Landstraßer Hauptstraße 96, eröffnet.

Begrüßung: Gemeinderat Ernst Woller, Vorsitzender des
Gemeinderatsausschusses für Kultur und Wissenschaft

Eröffnung: Christa Stippinger, Verlagsleiterin von edition exil

Roma-Ensemble AMENZA KETANE
(Musik mit Hojda Stojka & Friends)

Öffnungszeiten: Mo, Mi 9 bis 17 Uhr I Di, Do 9 bis 19 Uhr
Die Ausstellung läuft bis 12. November 2015.

www.kulturimdritten.at
www.kleinegalerie.at
 
2. August: Gedenkfeier am Ceija-Stojka-Platz
 
Romano Centro lädt am Sonntag, den 2. August von 18:00 bis 20:00 Uhr zu einer Gedenkfeier auf dem Ceija-Stojka-Platz in 1070 Wien.
 
Im April dieses Jahres wurde der 2. August als „European Roma Holocaust Memorial Day“ vom Europäischen Parlament anerkannt. Vor allem die „Roma Genocide Rememberance Initiative“ – mit Unterstützung zahlreicher Roma-Organisationen aus ganz Europa – spielte eine große Rolle im Kampf für die Anerkennung dieses historischen Tages.
 
Im Jahre 1944 wurden in der sogenannten „Zigeunernacht“ vom 2. auf den 3. August 2897 Roma – Männer, Frauen und Kinder – in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ermordet. An diesem Tag erinnern wir uns neben ihnen auch an alle anderen Roma, die während des Zweiten Weltkrieges aus rassischen Motiven verfolgt und ermordet wurden.
 
In den Reden der Nachfahren im Nationalsozialismus verfolgter Roma und Juden stehen persönliche Familiengeschichten sowie Gedenkkultur im Mittelpunkt. Die Besucher haben gegen Ende der Veranstaltung die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Gedenkaktes persönlich zu beteiligen. Die Musik steht ebenfalls im Zeichen des Gedenkens.
 

PROGRAMM

Eröffnung

Rabie Peric-Jasar

Barbara Tiefenbacher

Reden

Simona Anozie

Manuela Horvath

Gilda Nancy Horvath

Musik

Indira Gussak

Ivana Cibulova

Gebet

Pfarrer Helmut Schüller

Abschluss

Irina Spataru

Samuel Mago

 
Lašo drom, Schalom! Eine Liebesgeschichte

"Romano Centro" - Redaktionsmitglied Samuel Mago verfasste für das NU-Magazin einen Artikel über die Beziehung von Juden und Roma. Lesenswert! 

Zum Artikel

 
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